Antrag beschlossen auf der 1. LMV 2007 in Zwickau.

Einrichtung der Arbeitsgruppe „Mehr Frauen braucht die Grüne Jugend“

Antragstellerin: Grüne Jugend Leipzig

Die Grüne Jugend Sachsen möge beschließen:

Der Landesvorstand wird beauftragt, eine Arbeitsgruppe aus Landesvorstands- und interessierten Basisgruppenmitgliedern einzurichten, die sich mit der Mitgliedersituation in Sachsen beschäftigt. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, bis zur nächsten Landesmitgliederversammlung eine landesweit wirksame Frauen- und Mitgliederwerbekampagne zu entwickeln und danach mit Unterstützung der Basisgruppen durchzuführen.

Begründung

Wir sterben aus! Die Grüne Jugend Sachsen gewinnt kaum neue Mitglieder, unsere Basisgruppen haben mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Neben diesem allgemeinen Trend zeigt sich ein zweiter gravierender Negativtrend: Auf den Landesmitgliederversammlungen der letzten Jahre waren immer weniger Frauen anwesend. Logisch, wir haben eine Mitgliederstruktur von ca. 70 % Männern und 30 % Frauen.

Diese Mitgliederstruktur an sich ist schon ein Problem – haben wir uns als Grüne Jugend schließlich zum Ziel gesetzt, für eine gleichberechtigte und emanzipierte Welt zu kämpfen. Doch wozu die ganze Gleichberechtigung, wenn da niemand ist, den wir gleichberechtigen können?

Mit der Quote haben wir uns einen Anreiz gesetzt, Frauen als Mitglieder zu werben und zu fördern. Denn gibt es für eine Wahl nicht genügend Bewerberinnen, können die anderen Plätze auch nicht besetzt werden.

In der Vergangenheit hatten wir immer wieder mit dieser Regelung zu kämpfen, Frauen wurden zu ad hoc-Kandidaturen aufgefordert, oft haben wir Plätze auch einfach unbesetzt gelassen. Unser aktueller Sprecher ist eigentlich eine Sprecherin – formal gesehen.

Bei den Nachwahlen zum Landesvorstand im Dezember 2006 in Bautzen gab es das übliche Bild. Der zu wählende Platz blieb unbesetzt, weil sich keine Bewerberin gefunden hatte; die Frauenversammlung beschloss daraufhin, den Platz nicht für Bewerber freizugeben.

Bei der LMV in Bautzen hatte die Frauenversammlung allerdings auch einen deutlichen Appell an Landesvorstand und Basisgruppen gerichtet und dazu aufgefordert, sich dringend des Frauenmangels anzunehmen.

Bislang ist in dieser Richtung wenig geschehen, es zeichnet sich ab, dass auch im neu zu wählenden Landesvorstand wieder Plätze frei bleiben werden.

Die Folgen des Frauenmangels sind eindrücklich: einerseits verlieren Gremien wie der Landesvorstand an Arbeitsfähigkeit, andererseits verlieren wir an politischer Akzeptanz.

Was tun? Wir könnten natürlich die Quote abschaffen, würden damit aber auch einen wichtigen Teil unserer Grundsätze über Bord werfen, siehe Grundsatzprogramm Grüne Jugend, in dem es heißt \“Mindestens die Hälfte der Macht den Frauen\“.

Es ist also Zeit, dass sich was dreht. Ein Patentrezept für die Gewinnung von Mitgliedern, ob männlich oder weiblich, gibt es nicht. Wir können uns allerdings schon überlegen, wie wir die Grüne Jugend Sachsen wieder attraktiver machen. Wir können uns auch überlegen, woran es liegt, dass so wenige Frauen Mitglied der GJ Sachsen werden bzw. bleiben.

Dies alles sollten wir tun – am besten in einer Arbeitsgruppe von Landesvorstands- und Basisgruppenmitgliedern. Damit es nicht nur beim Überlegen bleibt, ist das erklärte Ziel der einzurichtenden Arbeitsgruppe, eine landesweite Frauen- und Mitgliederwerbekampagne zu entwickeln und zusammen mit den Basisgruppen durchzuführen.