WORKSHOP I:
POSTWACHSTUM PRAKTISCH IM ALLTAG

 

Referent:

  • Tobi Rosswog, Projekt- und Aktionsnetzwerk Living Utopia

 

Beschreibung:

Was bedeutet Postwachstum für Dich? Und was hat es mit Deinem Alltag zu tun? Wie können wir postwachstumstaugliche Ideen praktisch werden lassen? Anhand interaktiver Methoden nähern wir uns diesen Fragen und tauschen uns darüber aus. Dabei stoßen wir vermutlich auch auf unsere mentalen Inftrastrukturen (Welzer) und werden diese reflektiern. Einige konkrete Beispiele sollen zeigen, wie eine Welt jenseits des Wachstums aussieht und motivieren diese auch im persönlichen lebendig werden zu lassen. Kooperation, Suffizienz und Aktivismus werden dabei drei zentrale Ideen sein.

 

WORKSHOP II:
DAS BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN UND WIE ES ÖKONOMISCHE WACHSTUMSZWÄNGE UNTERGRABEN KANN

 

REFERENTIN:

  • Hanna Ketterer, Postwachstumskolleg der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

BESCHREIBUNG:

Moderne Gesellschaften sind Wachstumsgesellschaften, die sich nur dynamisch, d.h. durch permanentes Wachstum, Innovation und Beschleunigung stabilisieren können. An vielfältigen politischen, psychologischen sowie ökologischen Krisenphänomenen zeigt sich jedoch, dass jener Modus der dynamischen Stabilisierung aktuell seine Grenzen erreicht. Daher stellt sich die Frage, welche institutionellen Reformen alternative Gesellschaften hervorbringen könnten, die nicht länger strukturell abhängig wären von permanentem Wirtschaftswachstum. In diesem Workshop wird es zentral um die Frage gehen, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Postwachstumsgesellschaft ermöglichen würde. Dafür werde ich zum einen Einblick geben in das, was sich aktuell auf europäischer Ebene als Degrowth-Bewegung formiert, und zum anderen verschiedene Grundeinkommensmodelle vorstellen, die gegenwärtig politisch diskutiert werden. Schwerpunkt dieses Inputs wird die Diskussion der Frage sein, ob ein Grundeinkommen ökonomische Wachstumszwänge untergraben könnte und wenn ja, wie.

 

WORKSHOP III:
WIE STARTET MAN EINE DIVESTMENT-INITIATIVE?

 

REFERENTEN:

  • Sascha Boden & Christoph Meyer, Fossil-Free Münster

 

WORKSHOP IV:
DIVESTMENT EUROPÄISCH DENKEN

 

REFERENT:

  • Christian Bothe, Mitarbeiter von Reinhard Bütikofer, MdEP, in dessen Büro im Deutschen Bundestag

 

BESCHREIBUNG:

Zum Thema Divestment wird Christian Bothe auf die europäische Ebene eingehen. Hier soll vor allem aufgezeigt werden, welche Schritte auf europäischer Ebene unternommen worden sind, damit auf Landes- bzw. Kommunalebene Aktivitäten rund um Divestment entstehen und durchgeführt werden können. Ebenso soll auch die Divestmentkampagne der Europäischen
Grünen vorgestellt werden.

 

WORKSHOP V:
EINFÜHRUNG IN DIE IDEE EINES STAATLICHEN, GEMEINWOHLORIENTIERTEN „VOLLGELDES“

 

REFERENT

  • Enrico Schicketanz, Historiker und Sozialwissenschaftler M.A.

 

BESCHREIBUNG:

Vielen „alternativen“ bzw. sich als „heterodox“ bezeichnenden Geldtheoretiker*innen gilt das real existierende „Schuldgeldsystem“ bzw. „fraktionale Reservesystem“ als eine oder sogar als die entscheidende Ursache der globalen Finanzmarktkrise. Hinterfragt wird es aber auch von umweltbewegten, wachstumskritischen Menschen, die sich für mehr Nachhaltigkeit, Ethik und Ressourcenschonung einsetzen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die „Kreditgeldschöpfung“ privater, profitorientierter Banken und die fehlende Sicherheit des zirkulierenden Bankengeldes. Diese Konstruktion bewirke strukturelle Instabilitäten des Finanzsystems, staatliche Verschuldungszwänge und Umverteilungen hin zu Kapitalbesitzer*innen. Sie begünstige massiv Kreditschwemmen für Spekulationszwecke (z. B. im Immobiliensektor), Spekulationsblasen und letztlich Finanzcrashs. Genau dagegen soll „Vollgeld“ („Sovereign Money“) helfen. Die Idee dahinter ist, dass nur eine „unabhängige“ Zentralbank neben Bargeld auch Giralgeld und andere elektronische Geldsurrogate herausgeben dürfe. Als gesetzliches Zahlungsmittel wäre dieses Geld dann von den Bonitätsrisiken und der Kreditvergabe der Banken entkoppelt. Ferner gäbe es jährliche zins- und tilgungsfreie Milliarden für öffentliche Investitionen, eine rasche Entschuldung des Staates und ein Ende der Sozialisierung von Bankverlusten. Das alles – und noch viel mehr – versprechen die Anhänger*innen dieser Geldreform rund um den Wirtschaftssoziologen Prof. Joseph Huber. Dann wären ja alle Probleme gelöst – oder nicht?

 

WORKSHOP VI:
FEMINISTISCHE ÖKONOMIE

 

REFERENTIN

  • Paula Walk, Wirtschaftswissenschaftlerin B.A.

 

BESCHREIBUNG:

Die Neoklassik ist die herrschende Doktrin in den Wirtschaftswissenschaften, die ihre Konzepte als geschlechtsneutral präsentiert. Diese scheinbar neutralen Zahlen und Konzepte beruhen aber oft auf geschlechtlichen Ungleichheiten, unsichtbaren Macht- und Ausbeutungsstrukturen. Ziel der feministischen Ökonomie ist es, diese Ungleichheiten sichtbar zu machen. Sie befasst sich deshalb mit der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, Reproduktions- und Care-Arbeit, Genderbudgeting und weiteren Aspekten. Zu den Kernthemen der feministische Ökonomie (wobei es DIE feministische Ökonomie nicht gibt) zählt deshalb die Kritik an Mainstream-, aber auch heterodoxen Ökonomiesträngen und der Entwurf eigener Konzepte. Der Workshop soll einen Überblick über feministische Ansätze liefern und wird feministische Kritik an den Postwachstumsansätzen aufgreifen. Neben einem inhaltlichen Input wird auch genug Raum und Zeit für Diskussion sein.

 

DIE FISHBOWL-DISKUSSION:
IST NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN MÖGLICH?

 

REFERENT*INNEN:

  • Jana Gebauer, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
  • Uwe Lübbermann, Premium Kollektiv

 

MODERATION:

  • Laura Wahl, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND Thüringen

 

BESCHREIBUNG:

Degrowth ist ein Dachbegriff der Bewegung wachstumskritischer Menschen und Organisationen. Er bezeichnet „eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält“, so das deutsche Degrowth-Webportal. Unter diesem Dach gibt es jedoch eine Vielfalt an Positionen und Ansätzen jenseits des Wachstumsdogmas. Und auch wenn die Degrowth-Bewegung selten auf die Unternehmensebene blickt: Auch hier gibt es unterschiedliche Zugänge zur Wachstumsfrage. Unternehmen wollen und müssen immer wachsen? Als Partner der Bewegung sind sie nicht geeignet? Weit gefehlt. Im Workshop werfen wir einen Blick auf wachstumskritische Unternehmen: Uwe Lübbermann erklärt den Ansatz von Premium, einem Getränke-Kollektiv, das Vieles anders macht, als unser Bild vom Unternehmen hergibt. Ansätze anderer Unternehmen – auch aus der „Normalwirtschaft“ – erläutert Jana Gebauer. Den kurzen Inputs folgt eine Fishbowl-Diskussion mit den kritischen Fragen und spannenden Beiträgen aller Teilnehmenden.