Pressemitteilung 2/2020

n Anbetracht der aktuellen Situation an Schulen, Hochschulen und Ausbildungsbetrieben im Freistaat fordert die GRÜNE JUGEND Sachsen die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensrealitäten und sozialer Ungerechtigkeiten sowie die Gewährleistung der physischen und mentalen Gesundheit der Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden.

Dazu äußert sich Merle Spellerberg, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND Sachsen:
“Die momentane Ausnahmesituation und die fehlende niedrigschwellige Kommunikation verunsichert die Schülerinnen enorm. Es muss sichergestellt werden, dass Schülerinnen, die sich aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund der allgemein angespannten gesellschaftlichen Situation nicht dazu in der Lage fühlen an den Prüfungen teilzunehmen, sich unkompliziert und ohne einen besonderen Nachweis zu erbringen von den Abschlussprüfungen abmelden können und ihre Abitur- oder Abschlussnote in diesem Fall aus den bereits erbrachten Leistungen berechnet wird. Zusätzliche Nachschreibetermine müssen im Laufe des Jahres weiterhin gewährleistet werden. Ebenso muss die Auswahl der Prüfungsinhalte an die Lernfortschritte angepasst und ausreichend kommuniziert werden. Schülerinnen dürfen keinem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt werden, um Prüfungen zu absolvieren und einen Abschluss zu erlangen. Um jeglicher Form eines potenziellen Nachteils für Absolventinnen entgegenzutreten, fordern wir eine flexible Ausgestaltung der Abschlussnoten und -prüfungen. Die Krisen-Zeit erfordert besondere Maßnahmen um auf die Bedürfnisse aller eingehen zu können Wir fordern ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Bundesländer, abgestimmt durch die Kultusministerkonferenz und wir erwarten, dass bis Ostern Klarheit über den weiteren Verlauf der Abschlussprüfungen herrscht.”

Jonathan Gut, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Sachsen, fügt hinzu:
“In einer unsicheren Zeit wie dieser braucht es flexible Lösungen – auch beim Studieren. Daher darf das bevorstehende Semester auf die Regelstudienzeit nicht angerechnet werden. Dieses nicht gänzlich ausfallen zu lassen ist wichtig, es wie ein gewöhnliches Semester zu werten wäre allerdings unverantwortlich. Ob die derzeitig geplante digitale Lehre eine pragmatische Alternative bieten kann, wird die Praxis zeigen. Fakt ist aber, dass digitale Vorlesungen keinen normalen Studienalltag ersetzen können.
Studieren darf auch jetzt keine Frage des Geldes sein. Viele Studierende finanzieren sich hauptsächlich durch Nebenjobs, die momentan ausfallen. Als GRÜNE JUGEND Sachsen unterstützen wir daher das Bündnis „Studi-Soforthilfe“, welches sich für die einmalige Zahlung von 3000€ an in finanzielle Not geratene Studierende einsetzt.”

Merle Spellerberg ergänzt in Hinblick auf die Auswirkungen der Coronakrise in den Ausbildungsstätten:
„Auszubildende dürfen nicht als Ersatz für Corona-Pandemie bedingte Ausfälle in den Ausbildungsunternehmen dienen. Ihnen muss es weiterhin ermöglicht werden, dass sie in ihrer eigentlichen Arbeitszeit Möglichkeiten zur Prüfungsvorbereitung haben. Zusätzlich müssen Arbeitszeiten wegen der Veränderungen im öffentlichen Nahverkehr flexibler gestaltet werden. Außerdem muss die besondere Situation von Anwärter*innen auf einen Ausbildungsplatz, die diesen aufgrund der derzeitigen Situation nun nicht antreten können, sowie Ausbildungsstätten, die sich Azubis nicht mehr leisten können, Beachtung finden sowie ihnen finanzielle Unterstützung gewährt werden.“