Pressemitteilung vom 01.09.2020

Zum Abriss zweier Häuser in Mühlrose durch den Braunkohlekonzern LEAG erklärt Jonathan Gut, Landessprecher der Grünen Jugend Sachsen:

“Der Abriss der Häuser in Mühlrose ist ein inakzeptabler Schritt. Jegliche Abrissarbeiten von der LEAG müssen sofort gestoppt werden. Mittlerweile bestätigen sogar Gutachten der sonst so kohlefreundlichen Bundesregierung, dass die Kohle unter Mühlrose nicht mehr benötigt wird, um den Weiterbetrieb selbst bis 2038 zu ermöglichen. Bei den anstehenden Revierplanungen muss die Inanspruchnahme von Mühlrose ausgeschlossen werden. Es darf kein Dorf mehr für den klimapolitisch irrsinnigen Braunkohleabbau geopfert werden.

In Zeiten, in denen die Folgen der Klimakrise immer sichtbarer werden und heute schon Millionen Menschen darunter leiden, ist es untragbar weiterhin Unmengen an Braunkohle verbrennen zu wollen. Klimapolitisch ist es absolut notwendig noch viel früher aus der Kohle auszusteigen, um das 1,5-Grad-Ziel einhalten zu können. Die anstehenden Revierplanungen müssen dem 1,5-Grad-Ziel gerecht werden und dementsprechend über den Ausschluss der Flächen von Mühlrose hinaus eine Verkleinerung der bislang verplanten Flächen vorsehen. Wir erwarten von der Landesregierung, dass Sie sich entsprechend dafür einsetzt.”

Merle Spellerberg, Landessprecherin ergänzt:

”Es gibt absolut keinerlei Rechtsgrundlage für die Abbaggerung von Mühlrose. Der Abriss der Häuser übt sinnlos Druck auf die verbleibenden Bewohner*innen von Mühlrose aus, die sich für eine lebenswerte Zukunft ihres Dorfes engagieren. Die LEAG zerstört mit ihrem rücksichtslosen Vorgehen gewachsene Dorfstrukturen und das Dorfleben.

Wir solidarisieren uns mit allen Menschen vor Ort, die für den Erhalt des Dorfes und ihrer Häuser kämpfen und stehen an ihrer Seite. Für uns gilt ganz klar: Alle Dörfer bleiben!

Wir erwarten, dass sich die Landesregierung bei der LEAG für den Erhalt des Dorfes Mühlrose und den sofortigen Stopp der Abrissarbeiten einsetzt.”