8. März 2022

GJ Sachsen ruft am feministischen Kampftag zum Überwinden des Patriarchats und allen anderen menschenverachtenden Systemen auf



Görlitz/Leipzig. Die GRÜNE JUGEND Sachsen nutzt den alljährlichen feministischen Kampftag, um auf den Schultern feministischer Gigant*innen kämpferisch in eine gerechte Zukunft zu schauen.

Hannah Krause, Queer- und frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND, dazu:
„Erneut jährt sich der internationale feministische Kampftag und erneut nutzt die GRÜNE JUGEND Sachsen, sowie viele andere politische Organisationen, die Chance, um für eine Welt ohne Patriarchat zu kämpfen. Clara Zetkin war es, die den Stein vor mehr als 100 Jahren ins Rollen brachte, als sie einen internationalen – damals noch – Frauentag vorschlug. Als linke Jugendorganisation schließen wir uns der immer noch bestehenden Notwendigkeit eines solchen Tages an. Wir können und wollen von einer Welt träumen, in der der Körper, sowie die Geschlechtsidentität eines*r Jeden keinen Einfluss auf das eigene Leben nehmen.

Wir ringen um eine Welt der Freiheit, in der kein angeborener Fakt mehr darüber entscheidet, wie viel man verdient, wie hoch die Chance ist sexuelle Belästigung zu erfahren, wie viel Arbeit man im Haushalt zu tun hat, welche Hobbies man als Kind zu haben hat, wie viel Haut man zeigen darf, wie man auszusehen hat und ob man zu gebären hat oder nicht. Selbstbestimmung über Körper und jegliche andere Aspekte des Lebens sind unser Fundament.

Dabei ist intersektionaler Feminismus der Name unseres Werkzeugs und das Ziel unserer Politik. Lange nicht mehr nur die Befreiung der Frau, sondern die Befreiung aller unterm Patriarchat leidenden Menschen. Dazu gehören besonders vulnerable Gruppen wie: trans, nicht-binäre, agender und intersexuelle Menschen. Diese Menschen leiden immer noch allzu oft unter Begutachtungszwang, Ausgrenzung und vielem mehr. Wie man sieht, ist die gleichberechtigte Welt leider noch weit entfernt, doch das darf kein Grund zum Verzweifeln sein, denn der Kampf hört nicht auf!“

Ella Hanewald, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND, ergänzt:
„Wichtige Meilensteine für den beschwerlichen Weg in Richtung Gleichberechtigung sind dabei in greifbarer Nähe! Daher fordern wir eine schnellstmögliche Abschaffung des menschenverachtenden Transsexuellengesetz! Das Familien- und Abstimmungsrecht muss reformiert werden, um eine Elternschaft in Würde auch für lesbische und trans Eltern zu ermöglichen! Abtreibung darf nicht nur toleriert bleiben, sondern sollte komplett legalisiert werden und dabei Standardleistung in jeder Klinik sein! Menstruations- und Verhütungsprodukte sollten kostenfrei und überall erhältlich sein! Jegliche andere medizinische Eingriffe, die physisches und/ oder psychisches Wohlbefinden fördern (zum Beispiel: Eierstockentfernungen) müssen legalisiert und entstigmatisiert werden. Die volle körperliche Selbstbestimmung muss kommen!

Kinderbetreuung in Form von Kindergärten, Horten und Tagesschulen, sollten überall leicht und kostenfrei ermöglicht werden! Die Gehälter sollten in gleichen Jobs auch unabhängig vom Geschlecht gleich sein. Immer noch sind vor allem Frauen und andere Nicht-Männer besonders armutgefährdet, daher fordern wir auch mehr Geld für – vor allem weiblich dominierte – Pflegeberufe und pädagogische Berufe, mehr Geld für eine wirkliche Existenzsicherung und mehr Geld für Einrichtungen wie Frauenhäuser, die oft essentielle Zufluchtsorte für Opfer patriarchaler Gewalt sind. Dazu ist eine Erhöhung des Kindergelds notwendig, um Ausgleiche zu schaffen für die Menschen, die in Familien ihre ganze Zeit stecken und daher keine Zeit für Lohnarbeit haben. Es braucht auch mehr Geld für die Forschung, was medizinische Angelegenheiten von Nicht-Männern angeht, da es offensichtlich ist, dass der Fokus zu lange auf dem Standardkörper, also dem Mann, lag. Abschließend muss gesagt werden, dass die heutigen feministischen Herausforderungen es offensichtlich machen, dass unter dem Kapitalismus keine wirkliche Befreiung vom Patriarchat stattfinden kann. Auch dieses menschenverachtende System gilt es zu überwinden!

Diese und viele andere feministische Forderungen teilen wir. Für diese Forderungen gehen wir jedes Jahr am 8. März auf die Straße! Wir hoffen inständig, dass ihr es uns gleich tut, denn es gibt keine gerechte Zukunft ohne eine feministische Zukunft.“



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