10. Mai 2022

GJ Dresden fordert sinnvollere Maßnahmen als ein Alkoholverbot am sogenannten „Assieck“



Dresden. Der Dresdner Stadtrat plant am 12. Mai über das Alkoholabgabeverbot in der äußeren Neustadt zu entscheiden. Dazu liegt ein Vorschlag des Neustädter Stadtbezirksbeirates vor, welcher ein Alkoholabgabeverbot am Wochenende ab Samstag um 0 Uhr vorsieht.

Charlotte Henke (Landessprecherin der Grünen Jugend Sachsen und Mitglied der Grünen Jugend Dresden) erklärt heute:

„Gerade im Corona-Sommer sind Freiräume im Außenbereich für junge Menschen die einzige Möglichkeit geworden, um ein annährend normalisiertes Jugendleben während der Pandemie zu führen. Statt eines Alkoholabgabeverbots muss die Stadt über sinnvollere Maßnahmen nachdenken und diesen auch Zeit geben, um ihr volles Potential zu entfalten: Die Nacht(sch)lichter, die seit dem letzten Sommer unterwegs sind, zeigen bereits enorme Wirkung. Auch müssen schlicht größere Mülleimer und mehr öffentliche Toiletten zur Verfügung gestellt werden.“

„Wir brauchen Lösungen, die unsere Freiräume erhalten – Polizeiverordnungen machen sie aber viel eher zunichte! Die Polizeipräsenz am Eck wird durch die Verordnung weiter steigen und sorgt dabei nicht zwingend für mehr Sicherheit, gerade für BIPoC Dresdner*innen. Zudem ist es unbestreitbar, dass ein Alkoholausgabeverbot in erster Linie den Spätis sowie Kneipen, welche bereits aufgrund der Pandemie hohe Einbußen haben und auf einen Außenverkauf umgestiegen sind, schaden wird.“

„Derzeit konzentriert sich das Dresdner Nachtleben und die Kulturszene auf die Neustadt. Wir fordern die Stadt auf, aktiv auch in anderen Stadtteilen Kultur- und Freiräume zu unterstützen. Wenn man alle anderen Stadtteile zu zubetonierten Vierteln ohne Kultur macht, kann es dort auch kein öffentliches und nachbarschaftliches Leben für die Anwohner*innen geben.“



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