16. Februar 2023

Pham Phi Son bleibt! – GRÜNE JUGEND Chemnitz fordert ein Ende der Unmenschlichkeit der Härtefallkommission und ruft zu Kundgebung auf



Vergangenen Freitag entschied die sächsische Härtefallkommission, dass im Fall von Pham Phi Son kein Härtefall vorliegt. Doch was ist passiert? Pham Phi Son lebt seit über 35 Jahren in Deutschland. 2016 musste er während eines Aufenthaltes in Vietnam medizinisch behandelt werden und verbrachte so 9 Monate außerhalb der Bundesrepublik – 3 Monate mehr, als es geduldeten Menschen erlaubt ist. Deshalb soll nun seine ganze Familie abgeschoben werden. Teil dieser Familie ist das 7-jährige Kind, das in seinen Leben noch nie in Vietnam war.

Julius Döllner, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Chemnitz, äußert sich:

„Wieder mal zeigt sich die hässliche Fratze des strukturellen Rassismus, der den sächsischen Behörden inne liegt. Die Leben von hier fest verwurzelten Menschen werden rücksichtslos aus den Fugen gebracht. Dass solch ein grausamer Akt ohne Konsequenzen für die verantwortlichen Kommissionsmitglieder bleibt, ist einfach nicht zu verstehen. Währenddessen wird ein 7-jähriges Kind traumatisiert, das noch nie außerhalb Deutschlands gelebt hat.

Der wahre Zynismus dieser Region zeigt sich besonders deutlich, wenn man beachtet, dass erst kürzlich ein extra Verein gegründet wurde, nur um Fachkräfte aus Vietnam anzuwerben. Die GRÜNE JUGEND Chemnitz fragt sich welche vernünftige vietnamesische Person in ein Bundesland kommen würde, in dem ihre Mitbürger und deren Familien nur soziale Kälte erfahren. Daher fordern wir, dass die Ausländerbehörde der Stadt Chemnitz der gesamten Familie auf Grundlage des § 25 des Aufenthaltgesetzes eine Aufenthaltsgenehmigung ausstellt. Das ist das Mindeste.

Um der sozialen Kälte entschlossen entgegenzutreten, rufen wir auf sich diesen Freitag, den 17.2., um 17:00 auf den Düsseldorferplatz der Kundgebung des sächsischen Flüchtlingsrats anzuschließen.“



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