Woke statt broke – Reiche Eltern für alle

Beschluss der 2. Landesmitgliederversammlung 2025
25.10.2025 | Dresden
– weiter unten in einfacher Sprache –
Überall wird gespart. Kaum ein Haushalt wird mehr ohne ewige Streitereien
verabschiedet und am Ende wird immer genau so gespart, dass es den sozialen
Bereich am härtesten trifft. Sachsen ist da keine Ausnahme. Auch wenn von
Bündnisgrünen und Linken noch viel herausgeholt wurde, hat die sächsische
Minderheitsregierung dieses Jahr einen Haushalt vorgelegt, der bestenfalls als
Mittelfinger an unseren Sozialstaat zu verstehen sein kann. Es fehlt überall an
Geld! Selbst auf Bundesebene wird bei allem gekürzt, wo auch nur der Anschein
entstehen könnte, dass es Menschen mit geringem Einkommen hilft. In Berlin wurde
gerade ein hunderte Milliarden schweres Sondervermögen beschlossen. Das Geld ist
also doch da – aber halt nur für die Wirtschaft oder für Waffen und garantiert
nicht für Menschen!
Während wir uns im Supermarkt zehn Minuten lang überlegen müssen, ob wir nun das
teure oder doch lieber das billige Pesto kaufen, chillen irgendwelche
Superreichen auf ihrer Yacht und nippen an ihrem hart vererbten Schampus. Im
Anschluss hören wir uns dann Kretschmer, Söder und Co. an, wie sie uns erzählen,
dass wir kein Geld mehr haben für Bildung, Geflüchtete oder für Bürgergeld. Wir
sagen: “Schluss damit!”
Wir leben in einem Land, in dem 10 Prozent der Bevölkerung 60 Prozent des
Vermögens besitzen und das zumeist durch Erbschaften erworben haben[1]. Ein
hoher Gewinn in der Spermalotterie ist wertvoller als die Arbeit eines ganzen
Lebens. Es ist an der Zeit, die Umverteilung umzudrehen und für echte
Chancengleichheit zu sorgen. Es ist an der Zeit, Gerechtigkeit zu schaffen und
Vermögen härter zu besteuern als Einkommen. Es ist an der Zeit, in unseren
Sozialstaat zu investieren, anstatt ihn kaputt zu sparen.
Doch diese Veränderung wird nicht von selbst entstehen. Wir müssen diese
Veränderung bewirken. Wie Die Ärzte schon 2003 so schön gesungen haben: “Es ist
nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär’ nur deine Schuld,
wenn sie so bleibt.” Als GRÜNE JUGEND beweisen wir den Mut, bestehende Tatsachen
nicht zu akzeptieren und für unsere Utopien zu kämpfen. Für eine Gesellschaft,
in der alle ein ganzes Stück vom Kuchen abbekommen, nicht nur ein paar Krümel
mehr – ohne Kompromisse!
Vor einem Jahr war die Zukunft der GRÜNEN JUGEND unklar und wir hatten Sorge um
unseren Verband. Jetzt, ein Jahr später, sind wir wieder auf Kurs, mit
unglaublich vielen neuen Gesichtern, die Lust auf Veränderung und Mitgestaltung
haben. Wir haben uns im letzten Jahr sehr viel mit unseren eigenen Strukturen
beschäftigt. Jetzt ist es wichtig, die neu gewonnene Stärke in
gesellschaftlichen Druck umzuwandeln und wieder sichtbarer zu werden. Wir wollen
Einfluss auf die öffentliche Debatte nehmen und progressive Antworten in einem
nicht so progressiven Bundesland geben. Wir wollen uns noch stärker mit unseren
Bündnispartnern vernetzen und wir wollen unsere Mutterpartei weiter von links
antreiben.
Bündnisgrüne Politik orientierte sich in den letzten Jahren zumeist nicht an den
Bedürfnissen und Forderungen junger Menschen. Diese Tatsache müssen wir uns als
GRÜNE JUGEND auch selbst zum Vorwurf machen. Unsere Stimme fand in der Partei zu
selten Gehör. Wir machen es uns auch weiterhin zur Aufgabe, daran zu arbeiten
und ein kritisches, aber trotzdem konstruktives Verhältnis zu unserer Partei zu
pflegen.
Dabei nehmen wir vor allem für junge Menschen relevante Themen in den Fokus. Im
Mai haben wir bereits einen Antrag auf der Landesversammlung unserer sächsischen
Bündnisgrünen gestellt, der auch beschlossen wurde. Darin haben wir erste
Antworten gegeben, was es braucht, um wieder bessere Politik für junge Menschen
zu machen. Darin forderten wir eine höhere Mindestausbildungsvergütung, den
Erhalt von sozialen Räumen, konsequenteren Klimaschutz, eine Bildungsoffensive,
besseren ÖPNV, den Erhalt von Kulturangeboten und mehr Jugendbeteiligung bei
politischen Entscheidungen. Es wird unsere Aufgabe sein, darauf zu achten, dass
sich unsere Mutterpartei an diese Beschlusslagen hält und sich für junge
Menschen stark macht. So werden wir uns beispielsweise aktiv in die aktuelle
Wehrpflichtdebatte einmischen. Denn diese Debatte beschäftigt viele junge
Menschen und schürt vor allem Angst. Wir ermutigen junge Menschen, laut zu
werden und für sich einzustehen. Denn nur ein lauter Widerspruch und eine
organisierte Jugend kann klar machen, dass wir unser Leben nicht für Deutschland
opfern werden. Denn wir junge Menschen sind die Zukunft und müssen über die
Welt, in der wir leben, mitentscheiden dürfen!
In einer Welt voller Krisen eint uns als GRÜNE JUGEND, dass wir die Klimakrise
als DIE Gesellschaftsaufgabe unserer Zeit ausgemacht haben. Doch in der breiten
Gesellschaft ist das Thema in den Hintergrund gerutscht. So gaben zuletzt nur 22
Prozent der Wähler*innen Klimaschutz als wahlentscheidendes Thema an[2]. Wir
wollen Klimaschutz wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte stellen und
den gesellschaftlichen Handlungsdruck auf die Parteien erhöhen. Dabei haben wir
keine Angst, uns mit den Kapitalinteressen der großen Konzerne und der
Superreichen anzulegen. Wir verknüpfen Verteilungsfragen und Klimaschutz.
Klimawandel ist eine Gerechtigkeitsfrage und als diese, stellen wir sie auch.
Dabei müssen wir uns auch wieder mehr auf lokale Klimakämpfe konzentrieren. Der
Strukturwandel ist im vollen Gange und immer wieder werden dabei die Interessen
des Klimaschutzes und der Arbeiter*innen vor Ort gegeneinander ausgespielt.
Gleichzeitig will die LEAG, in der Lausitz, nun doch nochmal den Tagebau
erweitern und Michael Kretschmer stellt die Klimaziele regelmäßig in Frage.
Diesen Zustand können wir so nicht hinnehmen – wir solidarisieren uns auch
weiterhin mit allen sächsischen Klimaschützer*innen und den Arbeiter*innen vor
Ort, die um ihre Zukunft bangen. Dafür setzen wir auf unsere
Bündnispartner*innen von FFF, lokalen Klimagruppen, die Gewerkschaften und die
Landesverbände der GJ mit ähnlichen Kämpfen.
Der Rechtsruck ist nun im gesamten Bundesgebiet angekommen. Doch während die
demokratischen Parteien sich vielerorts noch für die sogenannte Brandmauer auf
die Schultern klopfen, ist es in Sachsen mittlerweile bittere Realität, dass CDU
und AfD auf kommunaler Ebene zusammenarbeiten. Wir wissen, dass sich dringend
etwas ändern muss, wenn wir verhindern wollen, dass die AfD Teil der nächsten
sächsischen Landesregierung ist. Sachsen steht nur einen Finger breit von der
Machtergreifung der Faschisten entfernt. Rechtsextreme Übergriffe sind an der
Tagesordnung und schocken uns erschreckenderweise kaum noch. Ein
Strategiewechsel ist dringend nötig. Es bringt nichts die Themen der AfD zu
übernehmen und nur etwas netter zu verpacken. Es muss ein grundlegend anderes
politisches Angebot vorgelegt werden, dass die Lebensrealitäten der Bürger*innen
verbessert. Dafür dürfen keine kleinen Brötchen gebacken werden. Auch das wollen
wir stark in unsere Mutterpartei hineintragen. Gemeinsam müssen wir ein
Zukunftsversprechen abgeben, das den Menschen Hoffnung macht.
Die Situation ist ernst, doch den Kopf in den Sand zu stecken bringt auch
nichts. Zum Glück sind wir im Kampf gegen Rechts nicht allein und können uns mit
unseren Bündnispartner*innen zusammentun. Das wollen wir im nächsten Jahr noch
stärker machen und gemeinsame Projekte wie die Hinterlandtour weiter etablieren.
Wir kämpfen für eine Welt, in der alle die gleichen Chancen haben und ihr Leben
nicht vorbestimmt ist von der finanziellen Situation ihrer Eltern. Wir kämpfen
für eine Welt, in der alle in Frieden und Freiheit zusammenleben können. Wir
kämpfen für das gute Leben für alle! Das ist unser Ziel und wir selbst sind
unser Antrieb. Denn wir sind viele, wir sind wütend und wir sind gemeinsam stark
und lassen uns nicht aufhalten!
[1] Vermögensverteilung in Deutschland
[2] Wie wichtig war Klimaschutz im Bundestagswahlkampf
– in einfacher Sprache –
Woke statt broke – Reiche Eltern für alle
Überall wird gespart. Das trifft besonders den sozialen Bereich. Das heißt, es
gibt weniger Geld für Menschen, die Hilfe brauchen. Auch in Sachsen gibt es
weniger Geld für soziale Dinge. Die sächsische Regierung hat einen Haushalt
beschlossen. Grüne und Linke haben noch viel verbessert. Trotzdem gibt dieser
Haushalt wenig Geld für den Sozialstaat aus. Auch die Bundesregierung spart bei
sozialen Dingen. Es gibt weniger Geld für Menschen, die wenig haben. Aber es
gibt viel Geld für die Wirtschaft und Waffen.
Im Supermarkt müssen viele Menschen sparen. Sie überlegen lange, was sie kaufen.
Gleichzeitig geben reiche Menschen unfassbar viel Geld aus. Sie haben viel Geld
geerbt und leben in Luxus. Politiker sagen: Es ist kein Geld da. Wir können
armen Menschen nicht helfen. Wir sagen: Das muss aufhören!
Ungerechtigkeit
In unserem Land besitzen 10 Prozent der Menschen 60 Prozent des Geldes. Viele
haben das Geld durch Erben bekommen. Viel zu erben ist mehr wert als viele Jahre
Arbeit. Das ist nicht gerecht. Alle sollen die gleichen Chancen haben. Wir
müssen Vermögen mehr besteuern . Wir müssen mehr Geld für den Sozialstaat
ausgeben.
Wir wollen die Welt verändern. Wir akzeptieren nicht, wie die Welt jetzt ist.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle genug haben.
Vor einem Jahr war die Zukunft der Grünen Jugend unklar. Wir hatten Angst um
unseren Verband. Jetzt sind wir wieder stark. Viele neue Menschen sind neu dabei
und wollen mitmachen. Wir haben uns im letzten Jahr viel mit uns selbst
beschäftigt. Jetzt wollen wir wieder mehr Einfluss nehmen. Wir wollen mehr
Aufmerksamkeit erzeugen. Wir wollen linke Politik machen, obwohl Sachsen nicht
so links ist. Wir wollen die Grünen links machen.
Die Jugend verändert selbst
Die Grünen hören jungen Menschen zu selten zu. Wir wollen das ändern. Wir wollen
besser mit den Grünen zusammenarbeiten. Wir wollen kritisch sein. Wir wollen
aber nicht nur meckern.
Wir wollen über wichtige Themen für junge Menschen sprechen. Deshalb haben wir
im Mai einen Antrag gestellt. Der Antrag wurde von der Partei angenommen. Darin
haben wir gefordert:
- besseren Nahverkehr
- junge Menschen sollen bei Politik mitreden
Wir passen auf, dass die Partei ihre Versprechen hält. Außerdem wollen wir gegen
die Wehrpflicht kämpfen. Viele junge Menschen haben Angst wegen der Wehrpflicht.
Die Grüne Jugend sagt: seid laut und steht für euch ein. Wir wollen nicht für
Deutschland sterben.
Die Klimakrise ist die größte Aufgabe für unsere Gesellschaft. Viele Menschen
denken nicht mehr so viel über die Klimakrise nach. Bei der letzten Wahl war das
Thema nicht wichtig. Wir wollen Klimaschutz wieder wichtig machen. Wir wollen,
dass Parteien mehr für den Klimaschutz tun. Wir legen uns auch mit großen
Unternehmen an, um das Klima zu schützen. Reiche Menschen zerstören das Klima
mehr als andere. Sie sollen dafür bezahlen. Das wäre gerecht.
Es ist wichtig, auch hier vor Ort für den Klimaschutz zu kämpfen. In der Lausitz
gibt es den Kohleausstieg. Der ist sehr wichtig für den Klimaschutz. Dort werden
oft Angestellte und Klimaschutz gegeneinander ausgespielt. Der Kohleausstieg ist
in Gefahr. Der Ministerpräsident Michael Kretschmer sagt oft, dass die
Klimaziele nicht eingehalten werden sollen. Das finden wir nicht gut. Wir wollen
mit Fridays for Future, Gruppen aus der Region und Gewerkschaften
zusammenarbeiten. Wir kämpfen gemeinsam für eine bessere Zukunft.
Der Rechtsruck ist in ganz Deutschland angekommen. In Sachsen arbeitet die CDU
schon länger mit der AfD zusammen. Sie haben keine Brandmauer mehr. Die AfD
steht in Sachsen kurz davor, in die Regierung zu kommen. Nazis verprügeln
regelmäßig Menschen in Sachsen. Die Situation ist ernst. Wir müssen etwas anders
machen. Wir brauchen eine neue Politik. Wir dürfen nicht den Themen der AfD
hinterherrennen. Wir müssen den Menschen Hoffnung geben.
Die Lage ist ernst. Aber wir sind nicht allein. Zusammen sind wir stark. Wir
wollen uns mehr mit anderen Organisationen zusammentun. Zum Beispiel soll es die
Hinterlandtour wieder geben.
Wir wollen eine Welt mit gleichen Chancen für alle. Das Geld der Eltern darf
nicht wichtig sein. Wir wollen Frieden und Freiheit für alle. Wir wollen ein
gutes Leben für alle. Wir kämpfen gemeinsam für diese Ziele. Wir sind viele. Wir
sind wütend und wir geben nicht auf!
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